Donnerstag,
04.August. @ 06:00:00 CEST ingo
Einen Airport nach dem anderen setzt Cal
Levin für uns Simmer um. Sein neuester Streich ist New
Orleans, die Stadt an der Mündung des Mississippi in den Golf
von Mexiko. Unser Rezensent Klaus Prichatz hat sich in
die Stadt des Jazz, Bourbon und des tropischen Klimas
aufgemacht und teilt uns seine Impressionen unter
"mehr" mit.
Review ImagineSim KMSY Armstrong International
Airport
New Orleans - Die ersten Gedanken sind: schwül-heiße Luft,
Blues und Jazz, der träge dahinfließende Mississippi, Bourbon
Street... Eigentlich fällt kaum jemandem auf Anhieb der Name
des internationalen Flughafens ein - New Orleans Armstrong
International Airport, im Jahre 2001 umbenannt zu Ehren des
bekannten Musikers der Stadt, Louis Armstrong. Dabei ist KMSY
einer der wichtigsten Gateways für den Süden der USA und für
Flüge in die Karibik. ImagineSim hat es sich nun zur Aufgabe
gemacht, diesen im FS 2002 und FS 2004 eher etwas
stiefmütterlich behandelten Flughafen aufzupeppen. Ob das
gelungen ist, soll das nachfolgende Review zeigen.

Allgemeines zum Armstrong International
Airport:
Bis in die Mitte der 30er Jahre gab es in New Orleans
lediglich den auch noch heute bestehenden Lakefront-Flughafen.
Da die Stadt rasch wuchs, wurden Pläne für einen neuen Airport
etwa sechs Meilen westlich der Stadt entworfen. Wegen der
Beteiligung der USA am 2. Weltkrieg wurde jedoch erst im Mai
1946 der kommerzielle Verkehr auf dem damaligen
Moisant-Airport aufgenommen. Dieser Flughafen war der erste,
für den ein ILS installiert wurde. 1960 wurde der Moisant
Airport in New Orleans International Airport umbenannt. Ende
der 70er Jahre schließlich erhielt der Flughafen mit der
Erneuerung des Terminals und dem Bau neuer Gates sein heutiges
Aussehen. Weitere Informationen zu KMSY sind auf der Webseite des
Airports zu finden.
Download und Installation:
Von der Produktseite bei ImagineSim kann die
Software heruntergeladen werden. Eine CD- oder DVD-Version
gibt es nicht, ebenso wird keine Demo-Version zur Verfügung
gestellt. Hat man die gut 26 MB auf der Festplatte, wird die
Exe-Datei gestartet und der Kaufvorgang über den
Flight1-Wrapper beginnt. US $ 20.99 werden von der Kreditkarte
abgebucht, bevor man KMSY sein Eigen nennen darf.

Während des Installationsvorgangs ist dann noch ein
persönlicher Registrationsschlüssel einzugeben. Nach relativ
kurzer Zeit befindet sich die Szenerie in einem
Unterverzeichnis des FS 2004 (oder wahlweise auch FS 2002) und
ist auch bereits in der Szenerie-Konfigurationsdatei
angemeldet.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich von der selben
Website die Dokumentation sowie AI-Files herunterzuladen.
Sollte einem irgendwann die Szenerie nicht mehr zusagen, ist
auch eine De-Installationsroutine vorhanden.
Das Handbuch liegt als Pdf-Datei leider nur in englischer
Sprache vor. Auf 14 Seiten werden die Systemanforderungen und
die Produkteinzelheiten beschrieben sowie Hinweise auf die
günstigste Einstellung des Flugsimulators hinsichtlich der
Performance gegeben. Es folgt ein kurzer geschichtlicher
Abriss des New Orleans Airports. Sehr spärlich fällt die
Ausstattung mit Kartenmaterial aus, denn es ist lediglich ein
Airportdiagramm im Manual enthalten. Ebenso bedauerlich ist
das Fehlen des Hinweises, dass im Internet Kartenmaterial
downloadbar ist (z.B. STARs, IAPs und andere Informationen
gibt es hier).
Ausführlicher hingegen werden die Einpark-Prozedur der
Flugzeuge und das Andocken an die animierten Jetways
beschrieben. Das Handbuch endet mit einer recht nützlichen
Zusammenstellung von FAQs, wobei u.a. auch Tricks beschrieben
werden, die Ausstattung mit statischen Szenerieelementen je
nach Leistungsfähigkeit des Rechners zu vermindern, bzw. zu
erweitern..
Optik:
Was der User durch den Kauf von ImagineSim KMSY Armstrong
International Airport gewinnt, wird am ehesten deutlich, wenn
man die Default-Szenerie des FS 2004 mit dem Addon vergleicht.
Hier die Normalszenerie...

... und die Umsetzung von ImagineSim:

Gut zu sehen sind die geänderten Runway-Texturen mit
realistischen Skipmarks, die mehr der Realität entsprechenden
Taxiways mit typischen Betonstrukturen und natürlich die der
Wirklichkeit entsprechenden Gebäude in den Terminal- und
Cargo-Arealen.
Noch deutlicher wird der Gewinn an Eye-Candies beim
Vergleich der Terminal-Area. Von der kahlen und nüchternen
Darstellung in der Default-Szenerie....

... zur beeindruckenden Umsetzung bei ImagineSim...

...wo der Flughafen durch das Terminal, die vier
Concourses, die realistische Darstellung des Towers, die
Infrastruktur, die Vegetation und das Parkhaus eigentlich erst
zum Leben erweckt wird.
Alles das macht neugierig auf nähere Eindrücke:
Ich weiß, dass es viele User gibt, die eine
Flughafenszenerie nicht nur vom Flugzeug aus, sondern auch
gern mit dem virtuellen Motorrad oder gar im Slew-Modus
erkunden. Daher möchte ich den Rundgang eben damit
starten.
Schon außen fällt die Liebe zum Detail auf:

Neben Hinweisschildern über den Zufahrtsrampen wird auch
der Höhenunterschied zwischen Ankunfts- und Abflugebene
deutlich.
Bäume beleben den Vorplatz des Parkhauses, dessen Eingang
ebenfalls realistisch mit Einfahrtsrampen und Schranken
modelliert wurde. Auch der Tower hat eine Verschönerungskur
erhalten: Wie in der Realität ist er jetzt nicht massiv,
sondern in Teilen durchsichtig dargestellt.

Beim Parkplatz im Vordergrund haben die Entwickler mit
Rücksicht auf die Einhaltung akzeptabler Framerates auf
detaillierte Fahrzeuge verzichtet.
So, eigentlich möchte ich jetzt den Innenbereich des
Flughafengeländes betreten. Gibt es irgendwo einen
Durchschlupf? So lange ich auch suche, ich finde keinen
illegalen Zugang.

Rund um den Flughafen ist ein lückenloser Zaum gezogen, und
auch die Einfahrten sind durch Sicherheits-Checkpoints,
Flughafenpersonal, Schranken und Überwachungskameras
gesichert.

Mit meinem Simflight-Reviewer-Ausweis bekomme ich dann aber
doch über detailliert gezeichnete Fluggastbrücken Zugang zum
Tarmac, um mich hier umschauen zu können.

Es ist eigentlich fast alles vorhanden, was das Fliegerherz
begehrt: Numerierung der Gates, statische Szenerie in Form von
Servicefahrzeugen und Bodenpersonal, Lichtmasten,
Bodenmarkierungen, Verschmutzungsspuren an den Parkpositionen,
sogar an Kleinigkeiten wie die Antennenanlage und die
Satellitenschüssel auf dem Dach des Terminals hat man
gedacht.

Mengenweise Container und Roll-Gangways stehen auf dem
Tarmac herum. Belebend auch die Anordnung der
Begrenzungsbarren des Containerareals: Die Entwickler lassen
die Begrenzung nicht in Reih und Glied stehen, sondern haben
eine unaufgeräumte Anordnung gewählt.

Ein ähnliches Bild auch in der Cargo-Area: Überall sind
flughafentypische Geräte zu finden:

Hier wird eine FedEx-Maschine beladen:

Ich hätte mir lediglich eine schärfere Textur des
FedEx-Schriftzuges auf der Maschine gewünscht.
Was ich schmerzlich vermisse und was andere vergleichbare
Szenerien haben, sind dynamische
Objekte, wie etwa Service- oder Catering-Fahrzeuge, die
über das Vorfeld fahren. War es das Ringen um gute
Performance, das ImagineSim zum Weglassen dieser Szenerieteile
bewogen hat? In dem Falle haben andere Anbieter die
Möglichkeit bereitgehalten, nach Wahl Szenerieobjekte ab- oder
zuzuschalten (z.B. bei der Orlando-Szenerie von
Simflyers).
So, es wird Zeit für einen kurzen Rundflug. Ich beame mich
mit meinem Airbus A319-100 der American Airlines an den Anfang
des RW28 und warte auf die Startfreigabe.

Es ist alles da, was man erwarten kann: Taxiway- und
Runwaymarkierungen und -beschilderungen, auf der rechten Seite
eine Sperre, die verhindern soll, von der RW01/19 direkt auf
die RW28 zu rollen, eine gelungene Darstellung der
Runwaykanten und die Leuchtstäbe der Taxiwaylichter.
Ich erhalte die Startfreigabe, der Windsack zeigt leichten
Wind aus SW an, also werde ich kaum Probleme beim Starten
haben.

Hinter mir versinkt Armstrong International Airport
allmählich im leichten Dunst.

Ich drehe in 3000 ft eine Runde über dem Lake Pontchartrain
nördlich von New Orleans und werfe nach rechts einen Blick auf
den Flughafen, der auch von hier aus einen guten Eindruck
macht.

In Höhe des Lakefront-Airports drehe ich nach Süden ein und
beginne den Landeanflug auf KMSY.
Beim Anflug bemerke ich einen leichten Rückgang in der
Performance, der allerdings ohne Beeinträchtigung des
Flugvergnügens bleibt. Die zur Szenerie gehörenden Bäume links
und rechts der Einflugschneise flimmern leicht. Schön gelöst
ist die Darstellung des PAPI auf der linken Seite. Hier haben
die Entwickler die im FS vorhandenen Lichter mit
szenerieeigenen Geräten ummantelt. Beim Näherkommen merkt man
dann auch, dass die Lichter allmählich aus ihrer Ummantelung
herauswandern, dieses tut jedoch der Freude über diese
gelungene Idee keinen Abbruch.

Ich lande, rolle aus und erhalte von der Ground Control die
Anweisung, zum Gate Alpha 2 über die Taxiways B, E und S zu
rollen.

Das ist kein Problem, denn die Taxiways sind gut
ausgeschildert. Leider stelle ich am Gate A2 angekommen fest,
dass diese Parkposition leider nicht mit einem automatisches
Dockingsystem und dynamischen Fluggastbrücken ausgerüstet
ist.

Um diese Features ausprobieren zu können, suche ich mir ein
passendes Gate aus und werde bei C5 fündig. Hier bin ich zwar
noch etwas zu weit rechts....

...korrigiere aber und rolle langsam auf die richtige
Parkposition zu, ....

... um schließlich richtig eingeparkt zu haben.

Klappt jetzt auch das Heranfahren der Fluggastbrücke?
Zunächst ist die Gangway noch weit vom Flugzeug entfernt.

Laut Handbuch muss ich die Frequenz 111.00 im NAV2
einstellen.

Tatsächlich, es hat geklappt. Anders als bei Szenerien mit
ähnlichem Feature wird der Jetway hier nicht ruckartig an das
Flugzeug gebracht, sondern gleitet sanft auf das Fluggerät zu.
Ebenso sanft bewegt sich der Jetway vom Flugzeug weg, wenn die
NAV2-Frequenz wieder verändert wird. Eine beeindruckende
Animation!
Da fehlt eigentlich nur noch eine ansprechende
Nachtszenerie, um KMSY das Prädikat „wertvoll" zu verleihen.
Hier einige Nachteindrücke:

Schön ausgeleuchtet, erwähnenswert sind auch die Strahler
des Jetway....

...obwohl diese von oben gesehen fast ein wenig
aufdringlich wirken.

Insgesamt gesehen überzeugt die Szenerie jedoch auf bei
Nacht.
Der Unterschied zwischen den jahreszeitlichen Texturen ist
gering. Verwunderlich ist, dass die Bäume auf dem
Flughafengelände im Winter unbelaubt dastehen, befinden wir
uns doch in New Orleans eigentlich in einer subtropischen, mit
vorwiegend Sommerregen gesegneten Gegend, die hauptsächlich
immergrüne Pflanzen aufweist.
Bei den Streckenverläufen des AI-Verkehrs habe ich keine
Fehler feststellen können.
Performance:
Beim Anflug auf KMSY Armstrong International Airport fällt
auf, dass die Framerate leicht zurückgeht, ohne jedoch den
Flugspaß zu schmälern. Bei schwächeren Maschinen wird der
Rückgang der Framerate allerdings deutlicher ausfallen, so
dass die User in diesen Fällen überlegen muss, einige der
statischen Objekte aus der Szenerie zu entfernen, was im
FAQ-Teil des Handbuches auch beschrieben wird. Die
Lebendigkeit des Flughafens wird dadurch allerdings
leiden.
Fazit:
US-$20.99 (entsprechend etwa 17 Euro) sind zunächst ein
recht hoher Preis für nur einen Flughafen. Dafür wird dem
Flugsimulatorbegeisterten allerdings auch eine Szenerie
geboten, die eine sehr deutliche Verbesserung des Aussehens
von KMSY im Vergleich zur Default-Szenerie darstellt.
ImagineSim hat es geschafft, Armstrong International das Flair
zu verleihen, das den Spaß am Erfliegen und Entdecken dieses
Flughafens immens steigert. Voll zufrieden mit dem Preis wäre
ich gewesen, wenn außer der Animation der Jetways auch noch
Service-Fahrzeuge den Flughafen belebt hätten und das
Kartenmaterial umfangreicher gewesen wäre. Schade auch, dass
es keine Demoversion gibt. Andere Autoren wie z.B. Gary
Summons mit seinen UK-Szenerien bietet den Interessenten die
Möglichkeit, vorab eine Demoversion installieren zu lassen,
die zwar die Runways verstellt, aber sonst alle Teile der
Szenerie anzeigt.
Nichtsdestotrotz hat ImagineSim einen ansprechend für den
FS aufbereiteten Flughafen vorgelegt, der weitaus
realistischer ist als der im FS 2004 enthaltene Airport. Daher
kann ich ruhigen Gewissens jedem Interessenten den Kauf dieser
Szenerie ans Herz legen.
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PRO |
CONTRA |
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- Von der Größe her annehmbarer Download
- Zahlreiche Details auch außerhalb des Flughafens
- Ansprechendes Nachtdesign
- Sanft andockende Jetways an einigen Parkpositionen
- Genau gerenderte Terminalgebäude
- Exakte Positionierung des AI-Verkehrs
- Viele statische Szenerieobjekte
- Detailgetreue Darstellung des Vorfeldes
- Gute Beschilderung der Runways und Taxiways
- Problemlose Installation
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- Leichte Frameraterückgänge
- Keine Anflugcharts
- Keine dynamischen Servicefahrzeuge
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INFORMATION |
TEST SYSTEM |
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- Athlon 3000 XP
- 1024 MB
- ATI RADEON 9600 Grafikkarte
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Reviewer: Klaus Prichatz
(klaus(at)prichatz.de)